Die meisten Menschen gehen davon aus, dass das Leben mit der Geburt beginnt,
weil sich der kleine Mensch dann zum ersten Mal der Welt zeigt, indem er sichtbar wird. Die moderne Technik macht das mittels 3-D Ultraschall heute schon viel früher möglich, wobei sich der kleine Mensch dann noch nicht zeigt, sondern vor-gezeigt wird.
Jeder Mensch hat in den 9 (Kalender)- Monaten vor seiner Geburt (sofern er nach ca. 40 Schwangerschaftswochen geboren wird und nicht wesentlich früher) schon einiges erlebt. Sinneswahrnehmungen und Bewegungen sind sehr früh nachgewiesen und aus psychotherapeutischen Arbeiten weiss man, dass der Embryo schon sehr früh Bewusstsein und Erlebnisfähigkeit hat.
Insofern ist die Geburt der krönende Abschluss dieser Reifezeit im Inneren der Mutter und der Beginn der Lebenszeit ausserhalb von ihr. Und im Körper sind alle starken Reize und Reaktionen gespeichert und können noch Jahre später hervorgerufen werden oder von selbst in Erscheinung treten.
Schritt in das Leben...
Die Zeit der Schwangerschaft ist eine Zeit des Seins. Zeitloses Werden, Langsamkeit, gedämpfte Impulse von Aussen, seelisches und körperliches Erleben in Zeitlupe, sofern das Kind nicht gestört wird. Der emotionale Kontakt zur Mutter (und auch zum Vater) ist wichtig, das Reden mit dem Kind und nicht nur über das Kind. Alle Ereignisse, die die Mutter erschüttern, erschüttern auch das Kind.
Ein Todesfall in der Familie oder im Umfeld, Angst vor der Schwangerschaft oder vor einem behindertem Kind, Depression, Existenzängste, Überforderung, Konflikte in der Partnerschaft, unruhige Lebenssituation, Belastungen der näheren Beziehungen (Eltern, Schwiegereltern...schon vorhandene Kinder) usw. überschwemmen das Kind mit den Emotionen der Mutter ohne die Möglichkeit es einzuordnen oder zu verstehen. Das löst Stress bei Mutter und Kind aus und absorbiert meist die Mutter, sodass der innere Kontakt mit dem Ungeborenen darunter leidet. Ungelöstes, Unausgesprochenes aus der Ehe / Beziehung der Eltern haben immer eine Wirkung auf die Kontaktfähigkeit zum Kind.
Und all das meint nicht, dass eine schwangere Frau für 9 Monate in Watte gepackt werden muss. Sondern es soll bewusst machen, dass emotionale Erschütterungen Spuren hinterlassen, die vielleicht erst Jahre später spürbar werden. In jedem Fall lohnt es sich für Eltern spätestens in der Zeit der Schwangerschaft, am besten jedoch schon vorher, „aufzuräumen“ mit „alten Geschichten“ oder sich im akuten Fall professionelle Hilfe zu holen.
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