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Der Verlorene Zwilling

Wenn jemand davon spricht, dass er einen verschwundenen Zwilling im Mutterleib hatte, dann bedeutet es, dass er am Anfang der Schwangerschaft, in den ersten Tagen oder Wochen nicht alleine in der Gebärmutter war. Normalerweise weiss eine schwangere Frau das nicht. Die meisten Zwillinge sterben bevor die Mutter überhaupt weiss, dass sie schwanger ist.

Der Nachweis von Mehrlings-schwangerschaften ist erst seit der Routinemässigen Anwendung des Ultraschalls erbracht. Früher wurde nur der Schwangerschaftstest herangezogen, der auch nach einer Blutung noch positiv war. Ab der 5./6. Schwangerschaftswoche kann man per Ultraschall Mehrlinge nachweisen. Die Erfahrung zeigte, dass von den Mehrlings - Schwangerschaften nur ein kleiner Prozentsatz übrig bleibt. In den meisten Fällen verschwinden eines oder mehrere Embryonen bis zum nächsten Ultraschall. Manchmal lässt sich bei der Mutter eine Blutung feststellen.

Über die Wahrscheinlichkeit liegen unterschiedliche Zahlen von 10-80% (10% Austermann, „Das Drama im Mutterleib“, 20% Steinemann, “Der verlorenen Zwilling“, 80% Mayer „Der Kain Komplex“) vor.

Medizinisch gesehen ist diese Tatsache nicht relevant, denn aufzuhalten ist ein drohender meist Abort nicht.

Psychologisch jedoch ist dieses Ereignis sehr bedeutsam. Denn obwohl in den ersten Wochen die körperlichen Anlagen des Embryos noch nicht so weit entwickelt sind, berichten Klienten, dass sie neben sich oder in der Nähe einen anderen Embryo wahrnehmen, mit dem sie meist über Gedanken oder Gefühle kommunizieren. Sie beschreiben diese Kommunikation als energetisches Phänomen, ein Erspüren oder ein Austausch von Gefühlen. Zwischen den Geschwistern besteht eine Verbindung und eine Bindung, die seelischer Natur ist. Klienten beschreiben Gefühle von Einssein, tiefer Verbundenheit, tiefer Liebe, Verständnis ohne Worte, Harmonie, Ruhe, Verschmelzen. Diese Gefühlserfahrungen werden als Prägung, als erste Lernerfahrung im Körper gespeichert.

Wenn der Zwilling dann stirbt, bedeutet das einen grossen Verlust für den Überlebenden, Schmerz, Ohnmacht bis zum Wunsch, sterben zu wollen. Manche berichten, sie fallen in einen schockähnlichen Zustand. Dieses Geschehen wird zum Trauma und wirkt sich oft später in Partnerschaftsproblemen, Dreiecksbeziehungen, Symbiosewünschen, Verlassenängsten und vielem mehr.

Mehr Infos:
Barbara Schlochow

Buchtipp:
„Gesucht: Mein verlorener Zwilling“

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Letzte Änderung:07.09.2010