So kann eine Person, die unter ihrer Geburt in starken Stress geraten ist, bei Drucksituationen im Alltag dieselben Stressymptome wie Herzrasen, Angst, Atemnot, Verwirrung oder Schwindel spüren wie damals vor vielen Jahren bei der Geburt.
Jeder Mensch wurde geboren - irgendwie - egal ob schnell oder langsam, natürlich zu hause, in der Klinik, per Kaiserschnitt, Saugglocke, Zange, mit dem Kopf oder dem Hintern voran. Und jeder hat dadurch eine Prägung erhalten. Das muss nichts negatives sein!
Das kann z.B. die Erfahrung sein:
- eine Enge zu überwinden
- sich durch zu kämpfen
- in Bewegung und vorwärts zu kommen
- von Vertrauen in die eigene Kraft
Und je nach Geburtsverlauf kann das auch eine Erfahrung sein von:
- Todesangst
- Stecken bleiben
- Einsamkeit, weil der Kontakt zur Mutter abgebrochen ist
- Gehetzt sein, unter Druck sein, heraus gerissen werden, gezogen werden
- Verweigerung und Trotz usw.
Dieses einschneidende Ereignis legt den Grundstein für unser Erleben in Situationen, die uns ähnlich erscheinen. Das sind zumeist Übergänge und Veränderungen (besonders die nicht selbst gewählten), die Mut und Risikobereitschaft erfordern. Wer in seiner natürlichen Geburt das Selbstvertrauen sammeln konnte, dass er in seinem Tempo in Bewegung kommt und seine Kraft für sich einsetzt, der freut sich vielleicht daran. Wer jedoch durch einen Kaiserschnitt diese erste Bewegung durch das mütterliche Becken nicht machen konnte, sondern ihn oder sie jemand „da herausgeholt hat“, der wartet vielleicht darauf, dass diesmal wieder jemand kommt oder traut es sich nicht zu, weil ihm einfach die Erfahrung fehlt.
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