Die von letzterer verwendeten ätherischen Öle sind Bestandteile verschiedenster Pflanzen, die in unterschiedlichen Pflanzenteilen (Blüten, Blättern, Wurzeln, Früchten ...) konzentriert eingelagert sind. Der Pflanze dienen sie als Energiespeicher, Informationsträger, Temperaturregler, zum
Anlocken oder Abwehren von Insekten und als Schutz vor Krankheiten. Zugleich repräsentieren sie die Seele, das Wesen der Pflanze in konzentrierter Form, weshalb man sie auch als „Essenzen“ bezeichnet.
Von den Hunderten duftenden, aromatischen Pflanzen werden weltweit etwa 700 zur Herstellung ätherischer Öle verwendet, davon kommen wieder 120-150 in der Aromatherapie zur Anwendung. Ihre chemische Zusammensetzung ist so kompliziert, dass es bis heute bei keiner einzigen Pflanze gelungen ist, sämtliche Bestandteile zu analysieren, geschweige denn ein natürliches ätherisches Öl bis ins letzte Detail künstlich nachzubauen.
In diese Richtung gehenden Versuchen liegt häufig das Bestreben zugrunde, ein vorhersagbares Produkt, einen immer gleich bleibenden Duft zu erzeugen, denn das Endergebnis bei einem reinen Naturprodukt ist von zahlreichen unwägbaren Faktoren wie Klima, Wetter oder Bodenbeschaffenheit abhängig. In Anbetracht der tief greifenden Wirkung von Duftstoffen und des vergleichsweise geringen Verbrauchs ist jedoch ein naturbelassenes und dafür vielleicht teureres ätherisches Öl allen - häufig durch unterschiedlichste Manipulationen verfälschten - Billigangeboten vorzuziehen (neben dem Preis ist auch die Detailliertheit der Angaben auf den Etiketten, z.B. botanische Herkunft, Herkunftsland, Pflanzenteil, Herstellungsart, ein Zeichen, dass der Händler bemüht ist, Qualität anzubieten)
© Margot Handler
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