
Familienaufstellung ist die bekannteste Form der Systemaufstellungen und ein von Bert Hellinger weiterentwickeltes, bekannt gemachtes und praktiziertes Verfahren, das inzwischen von zahlreichen Personen angeboten wird, darunter auch Psycholoten, Psychotherapeuten und Heilpraktiker. Der Aufstellende wählt unter den Gruppenmitgliedern Stellvertreter für Vater, Mutter, Geschwister und eventuell weitere Familienmitglieder. Diese versucht er nun jeweils intuitiv "passend" im Raum zu platzieren. Aufgrund der sich entwickelnden Dynamik sollen die so gestellten Stellvertreter sich nach einer gewissen Zeit der Sammlung in der Regel so fühlen wie die von ihnen dargestellten Personen. Die aufgestellten Familienmitglieder - daher der Begriff "Familienstellen" - können nun ihre Gefühle ausdrücken.
Die Gefühle und Verhaltensweisen der "echten" Familienmitglieder werden nach Ansicht der Aufsteller von den "aufgestellten Personen" übernommen.
Krankmachende "Verstrickungen" mit den Vorfahren und Verwandten und heilsame "Lösungen für die Seelen" der Nachkommen kommen ans Licht und mit Begleitung des Therapeuten werden erleichternde und lösende Haltungen und Positionen.
Aufsteller gehen davon aus, dass der Proband die Lösungen seiner Konflikte und Probleme bereits kennt, sie aber durch die Aufstellung aus dem Unterbewussten oder verdrängten Zustand an die Oberfläche des Bewussten bringen kann.
Bert Hellinger, geboren 1925, hat Philosophie, Theologie und Pädagogik studiert und arbeitete 16 Jahre lang als Mitglied eines katholischen Missionsordens bei den Zulus in Südafrika. Danach wurde er Psychoanalytiker und entwickelte unter dem Einfluss der Gruppendynamik, der Primärtherapie, der Transaktionsanalyse und verschiedener hypnotherapeutischer Verfahren die ihm eigene Form des Familien-Stellens, das heute weltweit Beachtung findet und in vielen unterschiedlichen Bereichen angewandt wird. Zum Beispiel in der Psychotherapie, der Organisationsberatung, der psychosomatischen Medizin, der Lebens- und Erziehungsberatung und der Seelsorge im weitesten Sinn.
Bei der Gruppenarbeit sitzen mehrere Personen, im Kreis zusammen. Diejenigen, die eine Situation aufstellen wollen (Aufsteller), und andere, die sich gerne als (Darsteller) für die Aufstellungsarbeit zur Verfügung stellen. Im Normalfall erklärt nun einer der Aufsteller seine Situation vor der Gruppe. Der Aufstellungsleiter fragt danach noch weitere Details und es werden nun so viele Darsteller wie notwendig sind ausgewählt (vom Aufsteller), um alle relevanten Beteiligten für diese Situation darstellen zu können.
Diese werden dann vom Aufsteller in eine für Ihn für gut befundene Anordnung gebracht. Der Aufstellungsleiter schaut sich dann das Bild an und stellt dazu noch Fragen. Eventuell werden dabei noch weitere fehlende Darsteller ergänzt. Der Aufstellungsleiter versucht nun, eine neue bessere Ordnung zu erstellen, die den Aufsteller zufrieden stellt. Dazu verschiebt man die einzelnen Darsteller und führt ein therapeutisches Gespräch mit dem Aufsteller. Auch die Darsteller werden nach Ihren Gefühlen befragt und können auf Anweisung Ihre Position so ändern, wie Sie das für besser befinden. Damit liefern hier auch die Darsteller ein sehr wichtiges Feedback über das aktuelle Bild.
Das Ergebnis einer erfolgreichen Aufstellungsarbeit ist ein positives Lösungsbild. Auch für reine Darsteller ist so ein Familienstellen oft eine sehr aufschlussreiche Erfahrung. Viele berichten davon, dass Sie sich richtiggehend in die Rolle hineingefühlt haben und sich selbst auch viel für Ihr Leben mitnehmen konnten.
Ich leide unter Schweißausbrüchen und weiß nicht mehr warum.
Jedes Mal wenn ich mit meiner Mutter spreche, artet es in einen Riesen-Streit aus, und ich verstehe einfach nicht, warum das immer wieder passiert.
Wenn ich Geld habe, fließt es immer davon, was mache ich bloß falsch?
Wieso finde ich keine glückliche Partnerschaft?
Warum haben meine Partner immer Alkoholprobleme?
Ich kann nicht mehr ruhig durchschlafen.
Ich werde von Verlust Angst geplagt.
Warum kann ich den Betrieb meiner Eltern nicht so weiterführen, wie ich das gerne möchte?
Usw.
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