Das Kartenlegen fasziniert die Menschen seit vielen Jahrhunderten. Diese Form der Wahrsagerei und Zukunftsdeutung, die mittels der uns bekannten und am meisten verwendeten Kartendecks, wie zum Beispiel dem Tarot, den Lenormandkarten, den Zigeunerkarten, Skatkarten und den Kipperkarten betrieben wird, ist wohl in der heutigen Zeit das am häufigsten verwendete Orakel um einen Blick in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu werfen. Dabei fungieren beim Kartenlegen die Orakel Karten als eine Art Hilfsmittel, sind Vermittler zwischen dem Fragenden und den Kartenlegern. Anders als beim Hellsehen sind eben jene Karten ein unabänderliches Muss, um die Frage konkret und ausführlich zu beantworten.
Durch die Karten eröffnet sich dem Kartenleger, der Kartenlegerin ein visuelles Bild, das gleich einem Buch aufgeschlagen wird um darin Probleme, oder Ereignisse zu lesen und zu deuten, die in der Vergangenheit liegen, in der Gegenwart bestehen, oder in der Zukunft passieren. Die Quintessenz ist, das gelesene für den Fragenden zu einer zufrieden stellenden Antwort zu interpretieren.
Das Kartenlegen ist dabei nicht so zu verstehen, als würden ihnen sämtliche Entscheidungen abgenommen, sondern sind die Karten nur Hinweise auf dem Weg den jeder Mensch Selbst zu gehen hat. Auch die letztendliche Interpretierung darf nie von einem Kartenleger abhängig gemacht werden. Zu schnell geben manche Menschen dabei ihre eigene Identität und die eigene Entscheidungskraft auf. Nur weil sie dem Kartenleger „Blind „ vertrauen und die Dinge eben nicht hinterfragen.Das Kartenlegen ist nach wie vor mit dem Hauch von Mysterium umwittert. Man fragt sich wie es möglich sein kann, dass Karten sozusagen zu uns „sprechen“ können. Und faszinierender noch ist es, dass ein erfahrener Kartenleger zudem in der Lage ist, über die Karten Aussagen über unsere Vergangenheit, Gegenwart und auch Zukunft zu machen.
Durch das Kartenlegen sehen erfahrene Kartenleger Bilder des kollektiven Unterbewusstseins. Um wieder mehr auf die praktische Ebene zurückzukommen, sei gesagt, dass jede Karte des Tarot ein Sinnbild zeigt, welches für eine Eigenschaft oder ein Ereignis steht. Die „Hohepriesterin“ stellt beispielsweise unsere innere Weisheit dar. Wie funktioniert nun eigentlich das Kartenlegen beim Tarot? Das Kartendeck teilt sich in 22 große und 56 kleine Arkanen. Die großen Arkanen haben die Fähigkeiten uns etwas zu lehren. Die kleinen Arkanen sind eingeteilt in vier Farbreihen mit je 10 Zahlenkarten und 4 so genannte „Hofkarten“. Jede Farbreihe mit dem dazugehörigen Symbol stellt bestimmte Grundzüge des Verhaltens dar. Beim Kartenlegen übermitteln die einzelnen Karten eine bestimmte Botschaft, und wollen Sie dazu auffordern sich selbst genauer zu betrachten, oder ihnen zeigen welcher Weg für Sie momentan notwendig ist.
Beim Kartenlegen sind die Bilder, die Szenen des normalen Lebens darstellen und in eingängiger und direkter Art und Weise auf uns wirken, dem Kartenleger sehr hilfreich bei der Auslegung und Interpretation. Beispielsweise heißt die Grundbedeutung der „Wolken“ Unklarheiten, die der „Schlange“ Verwirklichungen. Beim Kartenlegen werden die umgebenden Karten in die Deutung miteinbezogen und können die Grundbedeutung einer Karte variieren oder eventuell umkehren. Im Gegensatz zum Tarot können konkrete Ereignisse, wie zum Beispiel eine gute Nachricht, beim Kartenlegen entnommen werden.
Kartenlegen ist bekanntlich eine hohe Kunst die beim Kartenleger nicht nur die Kenntnis von verschiedenen Kartenbildern beziehungsweise Legemustern voraussetzt, sondern die vor allem eine gut ausgeprägte Medialität, Einfühlungsvermögen und langjährige Erfahrung erfordert, um präzise Deutungen hervorzubringen.